Eine lange Geschichte - kurz dargestellt
Der Bürgerverein besteht seit 1962. Er nahm sich erfolgreich der Probleme an, denen sich damals die Bürger in den neu entstandenen Pulheimer Siedlungen gegenüber sahen: Wasserversorgung, Abwasser, Straßennamen, Müllbeseitigung, Kindergärten, Schulen u.s.w.. Die Probleme der Neubürger mit der Infrastruktur des damaligen Dorfes Pulheim führten dazu, dass sich einige Mitglieder des Vereins mit den zwei politischen Parteien SPD und CDU in Verbindung setzten.
Die damalige SPD, die im Gemeinderat die Mehrheit hatte, wollte den Neubürgern nicht helfen. Anders sahen das einige junge Kommunal-Politiker der CDU. Sie wollten zusammen mit den Neubürgern das Dorf aus einem 'Dornröschenschlaf' erwecken. Für die Kommunalwahl 1964 entstand ein Wahlbündnis aus CDU und Bürgerverein.
Das Wahlergebnis führte zu einem 'Machtwechsel' in Pulheim. Die SPD verlor nach 16 Jahren ihre Mehrheit im Gemeinderat.
Der Bürgerverein stellte mit seinem Mitbegründer Gerd Zimmermann den Vize-Bürgermeister und Sportausschuss- Vorsitzenden. Mit der neuen Mehrheit aus CDU und Bürgerverein ging es ab 1964 aufwärts mit Pulheim.
Die Pulheimer Neubürger schufen zusammen mit den 'Altbürgern' eine moderne Infrastruktur, ohne die gemütliche Dorfatmosphäre zu vernachlässigen. Es entstand ein großes, modernes Sportzentrum, eine Realschule, ein Gymnasium und vieles andere mehr.
Pulheim wurde zu einem 'Mittelzentrum', was für die kommunale Neuordnung sehr wichtig war, um selbständig zu bleiben und nicht von der Stadt Köln eingemeindet zu werden. Zusammen mit den zehn Gemeinden und Orten wurde Pulheim 1975 Großgemeinde und zentraler Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. 1981 erhielt Pulheim die Stadtrechte.
1967 erweiterte der Bürgerverein seinen Aufgabenbereich und wirkt seitdem gestaltend, fördernd und integrierend im kulturellen und gesellschaftlichen Leben Pulheims. Diese Aktivitäten führten konsequenterweise dazu, dass der Bürgerverein auch weiterhin politisches Gewicht in Pulheim entfaltete.
Aus seinen Reihen gingen namhafte Ratsherren und Sachkundige Bürger hervor, die die Entwicklung Pulheims seit 1964 maßgeblich mitgestalteten.
Besonders stolz ist der Bürgerverein auf seine 1996 gegründete Jugendgruppe, in der verantwortungsbereite Bürger zwischen 18 und 30 Jahren kräftig 'mitmischen'. Angefangen hat es mit der Organisation von Kinderfesten. Bei der Kommunalwahl im Oktober 1999 kandidierten sechs junge Menschen für den Bürgerverein. Einige von ihnen sind inzwischen als 'Sachkundige Bürger' in verschiedenen Ausschüssen tätig.
Der Bürgerverein vertrat durch seine Fraktion im Rat der Stadt Pulheim immer den Standpunkt, stets nach der Sache zu entscheiden, die vorhandenen Mittel sparsam einzusetzen und nicht nach den Sternen zu greifen. Allerdings konnte der Bürgerverein mit seinen zwei, seit Oktober 1999, drei Ratsmandaten - mangels ausreichender Unterstützung durch die Parteien - nicht immer die Beschlüsse herbeiführen, die nach seiner Auffassung vernünftig gewesen wären.
Das kann sich durchaus in der Zukunft ändern, denn der Bürgerverein erhielt bei der Kommunalwahl im September 2004 mit seiner guten Mannschaft 7,3 % (2 % mehr als 1999) der Wählerstimmen und hat nun vier Sitze im Stadtrat. In der Ratsperiode 2004 bis 2009 hat der Bürgerverein an vielen Entscheidungen mitgewirkt, wie z. B. der Erweiterung des Ganztagesangebotes an den Schulen, Ausbau der Kindergärten, Ansiedlung von neuen Betrieben und Erschließung neuer Baugebiete, insbesondere für junge Familien.
Unterstützt wurde die Gründung eines eigenen Stadtwerkes für den Netzbetrieb der Strom- und Gasversorgung. Darüber hinaus begrüßen wir den eigenen Vertrieb von Strom und Gas. Wichtig ist noch die laufende Planung für ein neues Hallenbad.
Leider konnte der Bürgerverein bei der Kommunalwahl 2009 nur noch 2 Sitze erringen, wird sich aber weiterhin bemühen, an wichtigen Entscheidungen mitzuwirken.
Außerdem wurden jüngere Mitglieder in den Vorstand und die Fraktion berufen, um die Weichen für die zukünftige Arbeit zu stellen. Es sollen insbesondere Ansprechpartner in allen Ortsteilen benannt werden, um mehr Bürgernähe zu erreichen und neue, insbesondere jüngere Mitglieder zu gewinnen.